Fünf am Meer Familienleben an der Costa del Sol
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Alltag & Wohnen

Was ein Familienmonat an der Costa del Sol wirklich kostet

Ehrliche Kostenübersicht für eine fünfköpfige Familie an der Costa del Sol: Miete, Strom, Lebensmittel, Schule, Auto und was günstiger oder teurer ist als in Deutschland.

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Illustration: Kassenzettel, Münzstapel und Einkaufskorb

Wir werden nach nichts so oft gefragt wie nach dieser Zahl. Und die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an, wo genau du wohnst — der Unterschied zwischen einem Ort im Hinterland und einer Wohnung mit Meerblick ist größer als der Unterschied zwischen Spanien und Deutschland. Trotzdem lässt sich einiges Konkretes sagen.

Die Struktur unserer Ausgaben

Für fünf Personen sortiert sich unser Monat ungefähr so:

  • Wohnen ist mit Abstand der größte Block und macht bei uns gut ein Drittel aus. Küstennähe kostet, Ortskern im Hinterland ist deutlich günstiger, dieselbe Größe in einer Anlage mit Pool liegt dazwischen.
  • Energie ist der Posten mit der größten Schwankung. Im Frühjahr fast nichts, im Januar und im August ein Vielfaches davon.
  • Lebensmittel sind unser zweitgrößter Block, wie überall bei fünf Personen. Hier lässt sich am meisten steuern, dazu unten mehr.
  • Mobilität — ein Auto, Sprit, Versicherung, ITV, kommunale Kfz-Steuer. Ohne Auto geht es an dieser Küste nur im Ortskern.
  • Schule und Kinder — bei öffentlicher Schule überschaubar: Material, Ausflüge, Comedor, zwei bis drei Nachmittagsaktivitäten pro Kind.
  • Gesundheit — im öffentlichen System für die Kinder kostenfrei, dazu bei uns eine private Zusatzversicherung.

Was hier klar günstiger ist

  • Obst und Gemüse. Auf dem Wochenmarkt kaufen wir für einen Bruchteil dessen, was wir in Deutschland gezahlt haben — und in besserer Qualität, weil vieles aus der Region kommt.
  • Essengehen. Das menú del día mittags ist eine Institution: drei Gänge, Getränk, Brot, zu einem Preis, für den man in Deutschland ein Hauptgericht bekommt. Für eine Familie ist ein Mittagessen auswärts hier keine Sonderausgabe mehr.
  • Sport und Freizeit der Kinder. Der größte Unterschied überhaupt. Vereinssport, Schwimmkurs, Tanz — die Beiträge sind niedrig, und die städtischen Sportanlagen sind gut und günstig.
  • Arztbesuche und Medikamente. Für Kinder im öffentlichen System frei, Medikamente günstig.
  • Internet und Mobilfunk. Glasfaser plus Mobilfunk kostet spürbar weniger als in Deutschland, bei besserer Geschwindigkeit.
  • Friseur, Handwerker, Dienstleistungen. Durchweg günstiger.
Obst- und Gemüsestand auf einem andalusischen Wochenmarkt
Der Wochenmarkt ist der größte Hebel im Lebensmittelbudget — und meist besser als der Supermarkt.

Was teurer ist

  • Strom. Der klare Spitzenreiter. Siehe unser Winter-Text.
  • Milchprodukte, Brot, Wurst. Alles, was in Deutschland Alltag ist und hier importiert oder Nischenware: deutscher Käse, Vollkornbrot, Müsli. Wir haben unsere Ernährung umgestellt, das war günstiger als der deutsche Supermarkt.
  • Autos. Gebrauchtwagen sind teurer als in Deutschland, das Angebot ist kleiner.
  • Internationale Schulen. Der Posten, der ein Familienbudget kippen kann. Pro Kind und Jahr im vierstelligen Bereich, mal drei.
  • Alles Deutsche. Der deutsche Supermarkt an der Küste ist eine Wohltat und eine Kostenfalle zugleich.

Die Posten, die man vergisst

  • Basura — die kommunale Müllgebühr, kommt einmal im Jahr.
  • IBI — die Grundsteuer, zahlt der Eigentümer, aber bei Häusern zur Miete lohnt der Blick in den Vertrag.
  • IVTM — die Kfz-Steuer der Gemeinde, jährlich.
  • Steuererklärung — die declaración de la renta im Frühjahr. Wer Einkünfte in zwei Ländern hat, braucht Beratung, und die kostet.
  • Flüge nach Hause. Zwei Erwachsene, drei Kinder, Ferienzeiten. Das ist kein Nebenposten, das ist eine Reise pro Jahr, die man einplanen muss.
  • Der Umzug selbst. Kaution, Möbel, Anschlüsse, Behördengebühren, doppelte Miete im Übergangsmonat. Rechne für die ersten drei Monate mit deutlich mehr als später.

Unser Fazit

Wir kommen mit etwas weniger aus als in Deutschland, aber der Unterschied ist kleiner, als das Klischee vom günstigen Süden verspricht. Was sich wirklich verändert hat, ist das Verhältnis von Ausgabe zu Lebensqualität: Ein Nachmittag am Strand kostet nichts, das Mittagessen mit der ganzen Familie ist keine Sonderausgabe, die Kinder machen drei Sportarten, weil es geht. Dafür schauen wir im Januar auf die Stromrechnung und im August auf die Ferienbetreuung.

Wer knapp kalkuliert, sollte zwei Dinge einplanen: einen Puffer für das erste halbe Jahr, in dem alles doppelt kostet, und einen für die Sommerferien. Mit diesen beiden Posten im Blick funktioniert es hier für eine fünfköpfige Familie sehr gut.

Häufige Fragen

Lebt man hier günstiger als in Deutschland?

Als Familie: eher ja, aber nicht dramatisch. Wir geben spürbar weniger für Freizeit, Gesundheit und Essen aus, dafür mehr für Strom und einmalige Anschaffungen. Unterm Strich liegen wir etwas darunter — bei deutlich mehr Lebensqualität pro Euro.

Was ist der teuerste Fehler beim Budgetieren?

Die Sommerferien. Elf Wochen ohne Schule bedeuten Betreuung, Ausflüge und Aktivitäten. Wer das nicht einplant, hat im August ein Loch.

Wie stark schwanken die Mieten?

Sehr stark. Zwischen einem Ortskern im Landesinneren und einer Küstenlage in Marbella liegt bei gleicher Größe leicht der Faktor zwei bis drei.

Alles hier ist unsere Erfahrung, kein Rechtsrat. Behörden ändern Regeln, Preise und Formulare laufend — prüf vor jedem Termin die offizielle Seite der zuständigen Stelle.